Wiedersehen nach sechs Jahren – Schüleraustausch mit St-Cyr-l’École lebt neu auf
Am 2. Februar 2026 um 9 Uhr startete für 14 Schülerinnen und Schüler der Stadtschule gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Cornelia Bachus und Frau Wiebke Bachus die Reise in Butzbachs französische Partnerstadt St-Cyr-l’École. Vom Butzbacher Bahnhof aus ging es mit viel Vorfreude, aber auch mit spürbarer Aufregung, Richtung Frankreich.
Schon während der Fahrt kreisten die Gedanken der Jugendlichen: Wer wird mein Austauschpartner sein? Wie sieht er oder sie aus? Wie gut spricht die Person Deutsch? Wie werde ich mich verständigen? Wie sieht das Zuhause aus? Fragen über Fragen begleiteten die Gruppe bis zur Ankunft. Ein erstes Highlight wartete bereits in Paris: das weitverzweigte unterirdische Verkehrssystem der Hauptstadt beeindruckte die Schülerinnen und Schüler schon beim Umsteigen. Am Nachmittag wurden alle herzlich von ihren Gastfamilien am Bahnhof in St-Cyr-l’École empfangen.
Am Dienstag stand zunächst das Kennenlernen der französischen Schule auf dem Programm. Der Schulleiter begrüßte die Gruppe sehr herzlich und betonte, wie wichtig ihm der Austausch sei, nicht zuletzt, weil er selbst als Jugendlicher positive Austauscherfahrungen gesammelt hat und bis heute Kontakt zu seinem damaligen Austauschpartner pflegt. Auch die Bürgermeisterin der Stadt hieß die deutschen Gäste willkommen. Sie unterstrich die große Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Butzbach und St-Cyr-l’École und hob hervor, wie wertvoll solche Begegnungen für die sprachliche und kulturelle Entwicklung junger Menschen sind.
Am Nachmittag ging es für die deutschen Schülerinnen und Schüler nach Versailles. Das Schloss mit seinem berühmten Spiegelsaal hinterließ großen Eindruck. Aufgrund des Wetters konnten die weitläufigen Gartenanlagen leider nur eingeschränkt genossen werden, doch das prächtige Gebäude allein war bereits ein Erlebnis.
Der Mittwoch führte die gesamte Gruppe nach Paris. Besonders eindrucksvoll war der Besuch der restaurierten Kathedrale Notre-Dame. Nachdem die Kathedrale beim letzten Austausch 2019 kurz zuvor gebrannt hatte, war es nun beeindruckend, das Bauwerk in neuem Glanz zu sehen.
Bei strahlendem Sonnenschein spazierte die Gruppe anschließend an der Seine entlang bis zur Bootstour. Vom Wasser aus konnten zahlreiche Sehenswürdigkeiten bestaunt werden – das absolute Highlight für die Schülerinnen und Schüler war natürlich der Eiffelturm. Ein Picknick am Ufer der Seine rundete den Tag ab, bevor es zum Abschluss noch in ein Palais mit einer Sonderausstellung ging.
Am Donnerstag tauchten die deutschen Gäste in den französischen Schulalltag ein. Unterschiedliche Fächer, ein anderes System und eine spürbar andere Disziplin sorgten für erstaunte Gesichter.
Am Nachmittag folgte ein gemeinsamer Orientierungslauf, vergleichbar mit einer Schnitzeljagd. In deutsch-französischen Tandems mussten Aufgaben gelöst werden. Dabei war intensive Kommunikation gefragt. Mehr sprachlicher Austausch geht kaum: Nur durch Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung konnten die Aufgaben bewältigt werden.
Der Freitag führte die deutschen Schülerinnen und Schüler erneut nach Paris. Am Eiffelturm überredeten sie ihre Lehrkräfte kurzerhand, gemeinsam hinaufzufahren: gesagt, getan. Der Ausblick über die Stadt begeisterte alle. Anschließend ging es über die Champs-Élysées zum Arc de Triomphe, mit einer kleinen Mittagspause und etwas Shopping.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Louvre. Besonders gespannt waren viele aufgrund eines kürzlich diskutierten Kunstraubs im Museum. Die Mona Lisa und zahlreiche weitere weltberühmte Werke wurden bestaunt, auch wenn sich einige im riesigen Gebäude kurzzeitig verliefen. Ein Besuch bei einer angesagten Pâtisserie, die durch TikTok bekannt ist, sowie Souvenir-Einkäufe rundeten den Tag ab.
Am Abend fand ein gemeinsamer Familienabend in der Schule statt. Der Schulleiter hatte eingeladen, und alle Familien sowie die Schülerinnen und Schüler kamen in der Mensa zusammen. Bei gutem Essen und Gesprächen wurde erneut deutlich, wie wichtig dieser Austausch ist: Sprachbarrieren abbauen, interkulturelles Verständnis fördern und den eigenen Horizont erweitern.
Der Samstag gehörte ganz den Gastfamilien, die mit ihren deutschen Gästen individuelle Aktivitäten unternahmen.
Am Sonntagmorgen um 8 Uhr hieß es schließlich Abschied nehmen.. Die Freude auf die gewohnte Umgebung zu Hause war groß, doch ebenso groß war die Begeisterung über die erlebte Woche. Und lange währt die Trennung nicht: In drei Wochen steht bereits der Gegenbesuch an. Dann kommen die französischen Austauschpartner nach Butzbach und lernen die Stadtschule, die Stadt und das Leben in Deutschland kennen.
Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Lehrkräften sowie dem französischen Schulleiter für die Fortführung des Austauschs nach der Pause seit 2019 und für die große Offenheit und Gastfreundschaft. Ebenso danken wir den Eltern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung.
Unser Dank gilt außerdem der Stadt Butzbach für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Städtepartnerschaft.
Ein neuer Termin für das kommende Jahr steht bereits fest. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass diese Partnerschaft lebendig bleibt und weiterhin Brücken zwischen den Ländern baut.
